{"id":1952,"date":"2010-02-07T20:44:54","date_gmt":"2010-02-07T20:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.againstchildtrafficking.org\/?p=1952"},"modified":"2011-03-02T20:45:59","modified_gmt":"2011-03-02T20:45:59","slug":"zwei-kinder-sitzen-in-chile-fest-weil-ihre-adoptiveltern-nach-dem-erdbeben-sofort-helfen-wollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/old.againstchildtrafficking.org\/archive\/de\/zwei-kinder-sitzen-in-chile-fest-weil-ihre-adoptiveltern-nach-dem-erdbeben-sofort-helfen-wollten\/","title":{"rendered":"Zwei Kinder sitzen in Chile fest, weil ihre Adoptiveltern nach dem Erdbeben sofort helfen wollten."},"content":{"rendered":"<div>Source: <a href=\"http:\/\/www.blick.ch\" target=\"_blank\">www.blick.ch<\/a>\u00a0<br \/>\nVon Romina Lenzlinger | Aktualisiert um 00:48 | 07.02.2010<\/div>\n<p>Eigentlich sollten Talia* (1) und Samu* (3) heute Nachmittag im Flugzeug nach Z\u00fcrich sitzen. Doch jetzt stecken die Geschwister aus Haiti mit ihrem Schweizer Adoptivvater in Chile fest \u2013 weit weg von ihren leiblichen Eltern in Port-au-Prince und weit weg von ihren vier \u00e4lteren Geschwistern. Aber auch Tausende von Kilometern entfernt von ihrem neuen Zuhause im Kanton Z\u00fcrich.<!--more--><\/p>\n<p>Den beiden winkt eine sch\u00f6ne Kindheit in der Schweiz. Ein Ehepaar aus dem Kanton Z\u00fcrich will sie adoptieren. Die leiblichen Eltern von Talia und Samu waren damit einverstanden: Sie haben zu wenig Geld, um sechs hungrige Kinder zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst nahm alles seinen geordneten Lauf: Im Mai 2009 begann das langwierige Adoptionsverfahren in der Schweiz und in Haiti. Im November reisten die Schweizer nach Port-au-Prince und verbrachten mit den Kindern zwei intensive Wochen.<\/p>\n<p>Der Abschied war herzzerreis send. Samu w\u00e4re am liebsten gleich mit nach Z\u00fcrich gereist. Doch die neuen Eltern durften die Kinder noch nicht mit nach Hause nehmen. Dann kam der 12. Januar 2010: das gros se Erdbeben. Port-au-Prince lag in Tr\u00fcmmern. Von 200\u00b4000 Toten ist die Rede. In Z\u00fcrich bangten die Adoptiveltern um das Leben der Kinder. Sie wussten zwar bald, dass Talia und Samu leben, doch Hunger und Seuchen drohten. Und es mehrten sich Berichte \u00fcber Menschenh\u00e4ndler, welche Kinder auf der Strasse aufgreifen und ins Ausland verschachern. Das Paar hatte Angst, Talia und Samu k\u00f6nnte etwas zustossen.<\/p>\n<p>In ihrer Not wandten sie sich an die Adoptionsbeh\u00f6rde, das Amt f\u00fcr Jugend und Berufsberatung (AJB) in Z\u00fcrich, und baten um eine Sondergenehmigung. Sie wollten die Kinder so schnell wie m\u00f6glich aus dem Katastrophengebiet holen. \u00abDie Zust\u00e4ndigen stellten eine Ausnahmel\u00f6sung in Aussicht, allerdings nur unter der Bedingung, dass das Ehepaar die Kinder selber in Haiti abholt\u00bb, erz\u00e4hlt ein Bekannter der Familie.<\/p>\n<p>Weil Haitis einziger Flughafen nur noch f\u00fcr Hilfsfl\u00fcge offen war, flog der Adoptivvater in seine alte Heimat Chile: in der Hoffnung, von dort nach Haiti reisen zu k\u00f6nnen. Dank guten Kontakten und viel Gl\u00fcck fand er schliesslich eine andere L\u00f6sung: Chiles Botschafter in Haiti machte Talia und Samu in Port-au-Prince ausfindig und brachte sie in einem Flugzeug der chilenischen Luftwaffe unter, das chilenische Erdbebenopfer ausfliegen sollte.<\/p>\n<p>Fast zeitgleich hatte die Z\u00fcrcher Adoptionsbeh\u00f6rde der Mutter in Z\u00fcrich noch signalisiert, dass die Kinder allenfalls mit einem Sonderflug des Schweizer Aussendepartements von Haiti in die Schweiz reisen k\u00f6nnten. Doch das Angebot kam zu sp\u00e4t. Talia und Samu sas sen bereits im chilenischen Lufttransporter.<\/p>\n<p>Die beiden Knirpse verliessen am 22. Januar ihre Heimat \u2013 zusammen mit Leichen in S\u00e4cken in einer chilenischen Milit\u00e4rmaschine. Und nach wenigen Stunden schloss sie ihr Adoptivvater in Santiago de Chile \u00fcbergl\u00fccklich in die Arme. Zwei Wochen sp\u00e4ter wollte er weiterfliegen, nach Z\u00fcrich. Bis dann, so hoffte er, seien alle Formalit\u00e4ten erledigt.<\/p>\n<p>Doch nun ist ein Happy End in weiter Ferne. Die Kinder haben noch immer keine Reisepapiere. Gem\u00e4ss Recherchen von SonntagsBlick waren sie ohne die erforderlichen Adoptionsbewilligungen der haitianischen Beh\u00f6rden ausgereist. Die Dokumente liegen unter den Haustr\u00fcmmern einer Anw\u00e4ltin in Port-au-Prince.<\/p>\n<p>Seit zwei Wochen sitzen Talia und Samu nun in Chile fest, etwas ausserhalb der Hauptstadt Santiago bei der Familie ihres Adoptivvaters. Die Schweiz l\u00e4sst die Kinder ohne die n\u00f6tigen Papiere nicht einreisen. \u00abBei Adoptionen m\u00fcssen die standardisierten Abl\u00e4ufe eingehalten werden\u00bb, sagt Christine Luchsinger, stellvertretende Chefin im Amt f\u00fcr Jugend und Berufsberatung. Mehr will sie aus Datenschutzgr\u00fcnden nicht sagen. Nur so viel: \u00abWir wissen, dass es den beiden Kindern gut geht.\u00bb Gar nicht gut geht es der Adoptivmutter daheim in Z\u00fcrich. Stundenlang sitzt sie im Kinderzimmer und weint.<\/p>\n<p>Doch die Regeln sind klar. \u00abWir warten auf die Einreisebewilligung der Schweiz. Bis wir sie haben, k\u00f6nnen wir nichts tun\u00bb, sagt der Schweizer Konsul in Santiago de Chile, Florian K\u00f6ppel, zu SonntagsBlick. Wann sie kommt, weiss allerdings niemand.<br \/>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Source: www.blick.ch\u00a0 Von Romina Lenzlinger | Aktualisiert um 00:48 | 07.02.2010 Eigentlich sollten Talia* (1) und Samu* (3) heute Nachmittag im Flugzeug nach Z\u00fcrich sitzen. 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